Archive for Februar, 2010

Tutanchamun war „ein armer Kerl“ …

Donnerstag, Februar 18th, 2010

Quelle : Focus online 17.02.2010, 13:56 

 

Mehr als 3000 Jahre nach dem Tod Tutanchamuns hat der Mythos um den gottähnlichen Pharao schweren Schaden genommen. Weit entfernt vom idealisierten Bild des jugendlichen Königs war er schwach, gebrechlich, krank und dazu das Kind aus einer Inzest-Verbindung: Seine Eltern waren Geschwister.

Wissenschaft - Tutanchamun war „ein armer Kerl“

Das hat ein internationales Forscherteam mit deutscher Beteiligung um den Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, herausgefunden. Die Wissenschaftler stellten am Mittwoch in Kairo ihre Ergebnisse vor. Der schon im Alter von 19 Jahren gestorbene Tutanchamun, dessen goldene Totenmaske weltberühmt ist, litt an einer schweren Knochenkrankheit und Malaria.

„Es ist fantastisch, dass wir die DNA aus dem Körper eines Menschen extrahieren konnten, der vor mehr als 3000 Jahren gestorben ist“, sagte Hawass. Auch die Mutter Tutanchamuns wurde gefunden. Es ist die sogenannte „Younger Lady“, eine Mumie mit der Bezeichnung KV35YL. Wer sie war, konnte jedoch noch nicht geklärt werden. Die Forscher sind sich jedoch sicher, dass es nicht Echnatons Frau war, die für ihre außergewöhnliche Schönheit bekannte Königin Nofretete. Dafür kommt wohl noch immer Echnatons Nebenfrau Kija als Tutanchamuns Mutter infrage. Tutanchamuns Großeltern waren Pharao Amenhotep III. und Königin Teje.

Es gebe jedoch noch eine zweite – theoretisch mögliche – Erklärung für die große genetische Ähnlichkeit von Tutanchamuns Vater und Mutter, sagte Zink. Echnaton könnte Tutanchamun auch mit einer seiner Töchter gezeugt haben. Er konnte sie heiraten, „weil er ein Gott war“, erläuterte Hawass. „Auch Tutanchamun hat seine Schwester beziehungsweise Halbschwester Anchesenamun geheiratet“, sagte Zink. „Solche Verbindungen innerhalb der königlichen Familie waren nicht unüblich.“ Mit den genetischen Fingerabdrücken haben die Forscher einen Fünf-Generationen-Stammbaum der Familie Tutanchamuns erstellt.

Die Inzest-Beziehung seiner Eltern könnte der Grund für mehrere Missbildungen des legendären Kindkönigs sein – und damit seinen frühen Tod mitverursacht haben, sagte Mumienforscher Albert Zink von der Europäischen Akademie in Bozen (EURAC) der Deutschen Presse- Agentur dpa. In einem aufwendigen zweijährigen Forschungsprojekt untersuchte Zink gemeinsam mit seinen Kollegen die Mumien von Mitgliedern der Königsfamilie. Mit Hilfe von Gentests fanden die Wissenschaftler heraus, dass der Vater Tutanchamuns der „Ketzer- Pharao“ Echnaton war.

Der „Kindpharao“ Tutanchamun lebte vor rund 3300 Jahren. Er gelangte zu großer Berühmtheit, als im Jahr 1922 im Tal der Könige sein nicht geplündertes Grab entdeckt wurde. Darin fanden sich goldene Masken, Möbel und andere Schätze. Tutanchamun kam mit nur etwa acht Jahren auf den Thron und starb nach Angaben der Forscher 1324 vor Christus im Alter von 19 Jahren. Er zeugte mit seiner Frau zwei Kinder, die jedoch tot geboren wurden. Die beiden Föten wurden ebenfalls in seinem Grab gefunden. Mit dem Tod Tutanchamuns ging die mächtigste Herrscherdynastie des Neuen Reichs zu Ende, der wohl bekanntesten Epoche der Pharaonenzeit.

Die Todesursache Tutanchamuns war vermutlich eine Knochenkrankheit in Verbindung mit Malaria. Damit dürfte die verbreitete Annahme endgültig widerlegt sein, Tutanchamun sei ermordet worden. „Ich denke, damit können wir die Fragen zum Tod von König Tutanchamun ad acta legen“, sagte Hawass.

Die Forscher diagnostizierten bei dem Pharao zahlreiche Krankheiten – darunter eine Gaumenspalte und einen Klumpfuß. Inzucht über Generationen führte wahrscheinlich zu einer schlechten Blutversorgung der Knochen und damit zu Knochenabbau. „Diese Erkrankung allein hat mit Sicherheit nicht zum Tod geführt, aber sie hat ihn in seiner Mobilität stark eingeschränkt“, erläuterte Zink. „Es erklärt wohl auch, warum man in seinem Grab zahlreiche Gehstöcke gefunden hat.“ Ohne diese konnte der Pharao nicht laufen.

Sphinx-Allee in Ägypten nach Restaurierung wieder zugänglich

Donnerstag, Februar 4th, 2010

Luxor — Eine von Sphinxen gesäumte Allee, die in der Antike die Tempel von Luxor und Karnak im Süden Ägyptens verbunden hat, ist restauriert worden und ab März wieder für Touristen zugänglich. Wie der Direktor der ägyptischen Antiken-Verwaltung, Sahi Hawass, mitteilte, soll die einstige Prachtstraße nach dem Ende der dreijährigen Ausgrabungen wieder so aussehen wie zu Zeiten der Pharaonen. An der feierlichen Eröffnung am 3. März nimmt demnach auch Präsident Husni Mubarak teil.

Die 2,7 Kilometer lange Sphinx-Allee verbindet die großen Tempelanlagen in Luxor und Karnak am Ufer des Nils, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Ägypten gehören. Die Straße war vor rund 3400 Jahren von Pharao Amenhotep III. gebaut worden und über die Jahrhunderte im Sand verschwunden.

 Copyright © 2010 AFP / 4.Februar 2010

Afrika-Cup

Montag, Februar 1st, 2010

„Pharaonen“ von Staatspräsident Mubarak empfangen

 Sieg gegen Ghana: Ägypten mit Mohamed Zidan gewinnt Afrika-Cup

Am Ziel: Stürmer Mohamed Zidan (v.) bejubelt mit Torwart Essam El Hadary den Sieg beim Afrika-Cup (Quelle: Bild.de)

Staatspräsident Hosni Mubarak hat am Montagmittag die siegreiche ägyptische Nationalmannschaft auf dem Flughafen der Hauptstadt Kairo empfangen. Die Nordafrikaner hatten am Sonntag in Luanda das Endspiel um den Afrika-Cup gegen Ghana mit 1:0 (0:0) gewonnen und sich damit zum dritten Mal in Folge den Pokal gesichert.

Mehrere tausend Fans der „Pharaonen“ hatten die Nacht im Terminal verbracht und bis zur Ankunft der Mannschaft gefeiert. Auch die Begeisterung in den ägyptischen Tageszeitungen war groß. „Die Welt wird Ägypten in Südafrika vermissen“, titelte Al-Ahrman. Das Team von Trainer Hassan Shata ist nicht für die WM-Endrunde im Sommer qualifiziert.

Focus online

01.02.2010, 13:16

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