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Forscher graben Mumie einer winzigen Frau aus

Montag, April 12th, 2010

12. April 2010, 15:32 Uhr    Welt online

In der Nähe von Kairo haben Archäologen bei Ausgrabungsarbeiten eine ungewöhnliche Frauenmumie entdeckt: Deren Totenmaske sei außergewöhnlich schön und gut erhalten. Die Frau, der man Schmuck mit ins Grab gegeben hatte, war bei ihrem Tode vor mehr als 2000 Jahren nach Angaben der Forscher nur 97 Zentimeter groß.

Die Leiche lag in einem von insgesamt 14 Gräbern, die von den ägyptischen Archäologen auf einem Gelände in der Region 6. Oktober gefunden wurden. Der Friedhof, der aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. stammen soll, war bei Bauarbeiten entdeckt worden.

Die Altertümerverwaltung in Kairo teilte nun mit, sie habe das komplette Gelände jetzt unter ihrer Kontrolle. Die Forscher rechnen dort noch mit weiteren Funden aus der griechisch-römischen Epoche.

Zu den Altertümern, die bei dieser ersten Notgrabung gefunden wurden, gehörten noch vier weitere Totenmasken, ein Goldplättchen mit eingestanzten Figuren sowie Ton- und Glasgefäße.

Einen weiteren Beweis dafür, dass es in Ägypten bis heute noch viele ungeborgene Schätze gibt, lieferte auch die Zeitung „Al-Masry Al-Yom“, die von der Festnahme einer Gruppe von Raubgräbern berichtete.

Dem Bericht zufolge hatten die Räuber in der ägyptischen Oase Fajum, 90 Kilometer südwestlich von Kairo, Statuen, Medaillen und eine Thron aus Gold ausgegraben. Sie versteckten und fotografierten die Funde, weil sie planten, sie mit Hilfe eines Altertümer-Schmugglerrings aus den südlichen Provinzen Kena und Sohag zu verkaufen.

Götterstatue ausgegraben

Mittwoch, März 17th, 2010

Pharao Amenhotep III. liebte es klotzig. In Theben-West ließ sich der Herrscher den größten Tempel Ägyptens errichten, von dem heute allerdings nicht mehr viel erhalten ist. Archäologen haben auf dem Tempelgelände nun eine etwa vier Meter hohe Statue ausgegraben. Sie stellt Thot, den ägyptischen Gott der Weisheit, dar. Die Statue aus rosafarbenem Granit sei allerdings in mehrere Teile zerbrochen, teilt die Altertümerbehörde in Kairo mit.

Neben den Memnonskolossen, die der größte noch erhaltene Teil des Totentempels von Amenhotep III. (ca. 1379 – 1340 c. Chr.) sind, würde aber auch diese Statue winzig wirken. Die Memnonskolosse sind zwei Sitzstatuen von jeweils rund 17,9 Meter Höhe, die Amenhotep III. nach seinem Abbild erbauen ließ. Ursprünglich sollen sie sogar mehr als 20 Meter hoch gewesen sein.

Mittwoch, 17. März 2010

http://www.n-tv.de/wissen/fundsache/Goetterstatue-ausgegraben-article779880.html

 

 

 

Grabkammer von altägyptischer Königin entdeckt

Donnerstag, März 4th, 2010

Vor mehr als 4000 Jahren starb die Ägypterin Behenu, Gemahlin eines Pharaos der 6. Dynastie. Jetzt haben französische Archäologen im Pyramiden-Areal von Sakkara nahe Kairo ihr Grab freigelegt.

 Archäologen haben in Sakkara südlich von Kairo die Grabkammer einer altägyptischen Königin entdeckt. An der Wand des zehn Mal fünf Meter großen Totentempels seien sogenannte Pyramidentexte gefunden worden, die eindeutig Königin Behenu zuzuordnen seien, sagt Projektleiter Philippe Collombert. Der Archäologe und sein Team hatten die Pyramide von Königin Behenu bereits vor gut drei Jahren identifiziert. Nun entdeckten sie unter den Ruinen ihre Pyramide einen Sarkophag. Die mehr als 4000 Jahre alte Mumie war jedoch nicht mehr erhalten.

Die mysteriöse Pharaonen-Gattin, über die bislang nur wenig bekannt ist, gehörte zur 6. Dynastie (ca. 2318-2168 v. Chr.).

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Die meisten Forscher vermuten, dass sie eine Ehefrau von Pharao Pepi I. war, dessen Pyramide nicht weit von ihrer Grabstätte im Süden von Sakkara bei Kairo liegt. Einige Experten halten es jedoch für möglich, dass Behenu, deren Name auf dem Sarkophag zu lesen ist, eine Gattin von Pepi II. war. Eine der Frauen von Pepi I. war in Ungnade gefallen, weil sie der Überlieferung zufolge eine Verschwörung der Frauen des Haushalts gegen den Pharao angezettelt hatte.

Die meisten Pyramiden der 6. Dynastie befinden sich in der Umgebung von Sakkara. Seit 1988 wurden dort sieben Pyramidenbauten von Königinnen dieser Zeit ausgegraben. Die nun entdeckte Grabkammer ist nach Angaben von Collombert aber erst die zweite mit Pyramidentexten an der Wand.

Archäologen finden riesigen Kopf einer Pharao-Statue

Montag, März 1st, 2010

Spiegel online 28.02.2010

Mehr als zwei Meter hoch und 3000 Jahre alt: Archäologen haben in Luxor den Kopf einer Riesenstatue von Amenhotep III. entdeckt. Die Forscher fanden ihn dort, wo einst der Totentempel des Herrschers stand – und wo sie bereits zuvor den steinernen Unterbau der Statue gefunden hatten.

Von keinem anderen Pharao gibt es so viele Statuen wie von Amenhotep III. Jetzt haben Archäologen die Sammlung weiter vervollständigt. Auf dem Gelände seines Totentempels entdeckten sie den Kopf einer Riesenstatue des ägyptischen Königs.

Jetzt muss eine riesige Statue des von Amenhotep III. nicht mehr länger kopflos bleiben: Bereits vor einem Jahr hatten Archäologen den steinernen Körper des ägyptischen Herrschers entdeckt. Nun fehlt nur noch ein Stück des Barts. Die Wissenschaftler vermuten ihn im Sand im Bereich derselben Fundstelle.

Die Statue, dessen Kopf das Ausgrabungsteam von Hourig Sourouzian jetzt gefunden hat, ist etwa 3000 Jahre alt. Der Kopf sei vollständig erhalten, sagte Zahi Hawass, Chef der ägyptischen Altertümerbehörde. Es sei „ein Meisterstück von großer künstlerischer Qualität.“ An manchen Stellen des Kopfes fanden die Archäologen noch Reste von roter Farbe.

Amenhotep III. förderte den Kult um den Sonnengott Aton, den sein Sohn Echnaton schließlich radikal fortführte und versuchte, eine monotheistische Religion mit dem Sonnengott Aton zu etablieren.

cib/apn/AFP

Tutanchamun war „ein armer Kerl“ …

Donnerstag, Februar 18th, 2010

Quelle : Focus online 17.02.2010, 13:56 

 

Mehr als 3000 Jahre nach dem Tod Tutanchamuns hat der Mythos um den gottähnlichen Pharao schweren Schaden genommen. Weit entfernt vom idealisierten Bild des jugendlichen Königs war er schwach, gebrechlich, krank und dazu das Kind aus einer Inzest-Verbindung: Seine Eltern waren Geschwister.

Wissenschaft - Tutanchamun war „ein armer Kerl“

Das hat ein internationales Forscherteam mit deutscher Beteiligung um den Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, herausgefunden. Die Wissenschaftler stellten am Mittwoch in Kairo ihre Ergebnisse vor. Der schon im Alter von 19 Jahren gestorbene Tutanchamun, dessen goldene Totenmaske weltberühmt ist, litt an einer schweren Knochenkrankheit und Malaria.

„Es ist fantastisch, dass wir die DNA aus dem Körper eines Menschen extrahieren konnten, der vor mehr als 3000 Jahren gestorben ist“, sagte Hawass. Auch die Mutter Tutanchamuns wurde gefunden. Es ist die sogenannte „Younger Lady“, eine Mumie mit der Bezeichnung KV35YL. Wer sie war, konnte jedoch noch nicht geklärt werden. Die Forscher sind sich jedoch sicher, dass es nicht Echnatons Frau war, die für ihre außergewöhnliche Schönheit bekannte Königin Nofretete. Dafür kommt wohl noch immer Echnatons Nebenfrau Kija als Tutanchamuns Mutter infrage. Tutanchamuns Großeltern waren Pharao Amenhotep III. und Königin Teje.

Es gebe jedoch noch eine zweite – theoretisch mögliche – Erklärung für die große genetische Ähnlichkeit von Tutanchamuns Vater und Mutter, sagte Zink. Echnaton könnte Tutanchamun auch mit einer seiner Töchter gezeugt haben. Er konnte sie heiraten, „weil er ein Gott war“, erläuterte Hawass. „Auch Tutanchamun hat seine Schwester beziehungsweise Halbschwester Anchesenamun geheiratet“, sagte Zink. „Solche Verbindungen innerhalb der königlichen Familie waren nicht unüblich.“ Mit den genetischen Fingerabdrücken haben die Forscher einen Fünf-Generationen-Stammbaum der Familie Tutanchamuns erstellt.

Die Inzest-Beziehung seiner Eltern könnte der Grund für mehrere Missbildungen des legendären Kindkönigs sein – und damit seinen frühen Tod mitverursacht haben, sagte Mumienforscher Albert Zink von der Europäischen Akademie in Bozen (EURAC) der Deutschen Presse- Agentur dpa. In einem aufwendigen zweijährigen Forschungsprojekt untersuchte Zink gemeinsam mit seinen Kollegen die Mumien von Mitgliedern der Königsfamilie. Mit Hilfe von Gentests fanden die Wissenschaftler heraus, dass der Vater Tutanchamuns der „Ketzer- Pharao“ Echnaton war.

Der „Kindpharao“ Tutanchamun lebte vor rund 3300 Jahren. Er gelangte zu großer Berühmtheit, als im Jahr 1922 im Tal der Könige sein nicht geplündertes Grab entdeckt wurde. Darin fanden sich goldene Masken, Möbel und andere Schätze. Tutanchamun kam mit nur etwa acht Jahren auf den Thron und starb nach Angaben der Forscher 1324 vor Christus im Alter von 19 Jahren. Er zeugte mit seiner Frau zwei Kinder, die jedoch tot geboren wurden. Die beiden Föten wurden ebenfalls in seinem Grab gefunden. Mit dem Tod Tutanchamuns ging die mächtigste Herrscherdynastie des Neuen Reichs zu Ende, der wohl bekanntesten Epoche der Pharaonenzeit.

Die Todesursache Tutanchamuns war vermutlich eine Knochenkrankheit in Verbindung mit Malaria. Damit dürfte die verbreitete Annahme endgültig widerlegt sein, Tutanchamun sei ermordet worden. „Ich denke, damit können wir die Fragen zum Tod von König Tutanchamun ad acta legen“, sagte Hawass.

Die Forscher diagnostizierten bei dem Pharao zahlreiche Krankheiten – darunter eine Gaumenspalte und einen Klumpfuß. Inzucht über Generationen führte wahrscheinlich zu einer schlechten Blutversorgung der Knochen und damit zu Knochenabbau. „Diese Erkrankung allein hat mit Sicherheit nicht zum Tod geführt, aber sie hat ihn in seiner Mobilität stark eingeschränkt“, erläuterte Zink. „Es erklärt wohl auch, warum man in seinem Grab zahlreiche Gehstöcke gefunden hat.“ Ohne diese konnte der Pharao nicht laufen.

Das Alte Ägypten hautnah

Dienstag, Januar 26th, 2010

Dr. Zahi Hawass erstmals mit öffentlichem Vortrag zu Gast in Deutschland:

„My Discoveries“ in Hamburg

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Tempel und 600 Statuen in Alexandria ausgegraben

Dienstag, Januar 19th, 2010

  sueddeutsche.de – erschienen am 19.01.2010 um 13:23 Uhr

Kairo (dpa) – Archäologen haben in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria die Überreste eines Tempels ausgegraben, der einst für die ptolemäische Königin Berenike II. (ca. 269-221 v. Chr.) errichtet worden sein soll.

Im dem neu ausgegrabenem Tempels in Alexandria fand sich auch diese Katzen-Statue.

Bei ihrer Ausgrabung im Gebiet von Kom al-Dikka fanden die ägyptischen Forscher zudem 600 teilweise hervorragend erhaltene Statuen und Tierfiguren aus der Zeit der Ptolemäer. Wie die Altertümerverwaltung in Kairo mitteilte, sind unter den Figuren, die aus Kalkstein, Bronze und Keramik gefertigt wurden, auffallend viele Katzendarstellungen. Im Alten Ägypten wurde die Göttin Bastet meist in Gestalt einer Katze dargestellt. Zu den Statuen gehöre auch die Granit-Figur eines hohen Beamten am Hof von Ptolemäus IV., die eine Inschrift in griechischer Sprache trägt.

Berenike II. war eine Tochter des mazedonischen Königs Magas von Kyrene im heutigen Libyen. Ihr Vater wollte sie mit Ptolemäos III. vermählen. Nach dem Tod des Vaters entschied ihre Mutter, Königin Apama, aber, dass sie den mazedonischen Prinzen Demetrios heiraten sollte. Doch Demetrios, der den Beinamen «der Schöne» trug, wurde noch bevor er mit Berenike Kinder zeugen konnte, Opfer einer Palastintrige: Berenike ließ ihn umbringen. Gemäß der Überlieferung starb er im Schlafzimmer Apamas, deren Geliebter er geworden war. Schließlich heiratete Berenike doch noch Ptolemäos III., in dessen Herrschaftszeit in Ägypten mehrere Tempel errichtet wurden.

Der Berenike gewidmete Tempel in Alexandria war nach Angaben der Archäologen 60 Meter lang und 15 Meter breit. Vom Gebäude sei nicht mehr allzu viel erhalten, weil viele seiner Steinquader später für andere Bauten benutzt worden seien.

Das Leben von Berenike II. fand ein dramatisches Ende. Ihr ältesten Sohnes Ptolemäos IV., der seine Schwester Arsinoe III. heiratete und Anspruch auf die Thronfolge erhob, ließ seine Mutter und weitere Angehörige der Königsfamilie durch seinen skrupellosen Berater Sosibios umbringen.

© sueddeutsche.de – erschienen am 19.01.2010 um 13:23 Uhr

Forscher finden riesiges Grab mit rätselhaftem Loch

Dienstag, Januar 5th, 2010

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,670052,00.html 

In der ägyptischen Totenstadt Sakkara ist Archäologen ein spektakulärer Fund geglückt. Bei Ausgrabungen stießen sie auf zwei 2500 Jahre alte Gräber. Eines davon ist das größte, das bisher in der Nekropole entdeckt wurde – und beherbergt ein Mysterium.

Kairo – Die Totenstadt Sakkara wird schon seit Jahrzehnten von Archäologen durchkämmt – und ist offenbar immer noch für Entdeckungen gut. Im Februar 2009 etwa wurde dort eine Grabkammer mit 30 Mumien gefunden. Kurz zuvor waren Forscher auf einen massiven Sarkophag gestoßen, der möglicherweise die sterblichen Überreste von Seschseschet, die Mutter des Pharaos Teti, beherbergt hatte.

Jetzt haben Forscher am Eingang zu Sakkara zwei Gräber aus der 26. Dynastie (664 bis 525 vor Christus), der Spätzeit des Alten Ägypten, gefunden. Die Grabstätte, die in dem Gebiet Ras al-Dschisr liegt, wurde mehrfach geöffnet, für neue Bestattungen genutzt und ausgeplündert, sagte Zahi Hawass, Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung. Zuletzt hätten die Plünderer im 5. Jahrhundert nach Christus zugeschlagen.

Das größere der beiden Gräber ist eine Kammer, von der mehrere Zimmer und Durchgänge abgehen, in denen man Skelette, Tongefäße, mumifizierte Falken und Bauschutt gefunden habe. Das andere Grab enthielt mehrere Tongefäße. Das größte Rätsel aber gibt den Wissenschaftlern ein sieben Meter tiefes Loch in einer der beiden Kammern auf. Seine Funktion ist derzeit völlig unklar.

„Das ist das größte Grab in Sakkarra“, sagte Hawass. „Es hat mich zwei Stunden gekostet, es komplett zu besichtigen.“ Die Entdeckung zeige, dass Sakkara noch immer Geheimnisse berge. Die Nekropole von Sakkara bei Kairo gehört zu den wichtigsten Begräbnisstätten des Alten Ägypten. In ihrem Zentrum liegt die Pyramide des Pharao Djoser, der ungefähr von 2720 bis 2700 vor Christus regierte.

mbe/AFP/dpa

Quelle : Spiegel.de

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,670052,00.html

Museum schließt Diskussion um Nofretete aus

Freitag, Dezember 18th, 2009

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Quelle: www.morgenpost.de

Die neue Direktorin des Ägyptischen Museums, Friederike Seyfried, reist zwar in den kommenden Tagen nach Ägypten. Doch dort werde sie nicht darüber sprechen, wo die Büste der Nofretete künftig stehen wird. Der Streit zwischen Deutschland und Ägypten, wem die Büste der Pharaonin rechtmäßig zusteht, wird also nicht geklärt. Möglich ist aber eine Leihgabe.

Außerdem werde Seyfried Unterlagen zur Fundteilung der Grabung der deutschen Orientgesellschaft vom Januar 1913 übergeben, bei der auch die Büste der Nofretete gefunden wurde. „Diese lagen offensichtlich Hawass bislang noch nicht vor“, heißt es in der Mitteilung. Ein offizielles Rückgabeersuchen des ägyptischen Staates habe es nie gegeben. „Die Dokumente belegen eindeutig, dass der preußische Staat die Büste rechtmäßig erwarb und keine Rechtsansprüche von Seiten Ägyptens bestehen.“

Eine Leihgabe ist laut Stiftung denkbar: Die Frage einer Ausleihe der Büste im Rahmen einer zeitlich befristeten Ausstellung werde in Berlin derzeit noch geklärt. Die Untersuchungen zur Transportfähigkeit seien noch nicht abgeschlossen. dpa/hed

Die neue Direktorin des Ägyptischen Museums, Friederike Seyfried, wird bei ihrem Antrittsbesuch in Kairo nicht über den Verbleib der Büste von Königin Nofretete verhandeln. Das stellte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz klar. Seyfried, die seit August im Amt ist, werde in den kommenden Tagen mit dem ägyptischen Chefarchäologen Zahi Hawass über gemeinsame Projekte sprechen. „Beide streben eine enge Zusammenarbeit auf wissenschaftlicher und musealer Ebene an.“

Quelle: www.morgenpost.de

Streit um die schönste Frau der Welt

Freitag, Dezember 18th, 2009

Seit Jahren will die ägyptische Antikenverwaltung die Büste der Nofretete zurückholen. Nun wird erstmals zwischen Kairo und Berlin verhandelt.

Streit um die schönste Frau der Welt

Zahi Hawass lässt nicht locker. Er will die Nofretete zurück. Die weltberühmte Büste aus Kalkstein sei 1913 illegal nach Berlin geschafft worden, davon ist der Chef der Ägyptischen Antikenverwaltung überzeugt. Das will er jetzt beweisen und das zeigt Wirkung. Zum ersten Mal seit Beginn des jahrelangen Streits erklärte sich die deutsche Seite bereit, Gespräche über das heikle Thema zu führen. Für Sonntagvormittag hat sich die Direktorin des Berliner Ägyptischen Museums, Friederike Seyfried, in Kairo bei Hawass angesagt.

Hawass rühmt sich, seit seinem Amtsantritt 2002 bereits mehr als 5000 entwendete Fundstücke wieder nach Ägypten zurückgeholt zu haben. Beflügelt hat ihn vor allem sein jüngster spektakulärer Erfolg gegen den Louvre. Dem Pariser Museum drohte er mit einem Abbruch der Zusammenarbeit, wenn es nicht fünf farbige Fresken aus dem Tal der Könige wieder herausrückt. Dessen Chefetage überlegte nicht lange. Seit Dienstag sind die wertvollen Stücke wieder in Kairo. Hosni Mubarak nahm sie nach seinem Staatsbesuch in Paris in der Präsidentenmaschine mit zurück. Für den nächsten Paukenschlag sorgte Hawass bei seinem Besuch in London. Hier forderte er vom Britischen Museum erneut den berühmten Rosetta-Stein zurück – von Napoleons Offizieren entdeckt und ihnen dann 1801 von den Engländern abgenommen. Das sei ein „Kernstück ägyptischer Identität“, erklärte Hawass, genauso wie die Büste der Nofretete, die zu den Hauptattraktionen des Neuen Museums in Berlin zählt. Zu dessen Eröffnung am 16. Oktober blieb er dann auch demonstrativ fern.

Inzwischen scheinen Hawass‘ Beharrlichkeit und seine mächtige Stellung im ägyptischen Ausgrabungsgeschäft die Situation in Bewegung zu bringen, auch wenn man sich im Blick auf das Treffen am Sonntag ausgesprochen schmallippig gibt. Umso kräftiger legte Hawass bereits seine Erwartungen auf den Tisch. Die deutsche Delegation komme nach Kairo, „um mit Ägypten über dessen Recht auf eine Rückgabe zu sprechen“, erklärte er. „Unsere Seite wird Dokumente vorlegen, die zeigen, dass die deutschen Ausgräber bei der Zusammenstellung der Funde die Statue verschwiegen haben.“ Sie hätten die 3400 Jahre alte Büste mit einer Lehmschicht getarnt, um den ägyptischen Treuhänder bei der Fundteilung zu täuschen. „Das beweist, dass die Statue Ägypten illegal verlassen hat.“

Zusätzlich provoziert fühlt sich der ägyptische Chefarchäologe, als seine Bitte, die Nofretete für die Eröffnung des geplanten Nationalmuseums bei den Pyramiden auszuleihen, von dem damaligen Museumschef Dietrich Wildung brüsk abgelehnt wurde. Nofretete sei zu fragil und nicht transportfähig, lautete die knappe Auskunft von Friedericke Seyfrieds Vorgänger, die die Atmosphäre bis heute belastet.

An der Spree scheint man sich mittlerweile darüber klar geworden zu sein, dass sich die Vorwürfe von Hawass und die Gefühle der Ägypter, in früheren Zeiten bestohlen worden zu sein, wie ein dunkler Schatten über die Beziehungen legen könnten. „Wir wollen nach Wegen suchen, das Thema vom Tisch zu bekommen“, heißt es in deutschen Fachkreisen. Hawass selbst machte vor einer Woche bereits klar, wie ein Kompromiss aussehen könnte. Wenn das Britische Museum den Rosetta Stein als Leihgabe zur Eröffnung des neuen Nationalmuseums in Kairo hergebe, könne er sich vorstellen, die Forderung nach Rückgabe fallen zu lassen, erklärte er. Dessen Kuratorium ließ bereits durchblicken, es halte eine solche Lösung für denkbar. Wenn auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitzieht, würde die Nofretete 2013 ebenfalls für drei Monate an den Nil zurückkehren – genau 100 Jahre, nachdem Ludwig Borchardt sie nach Berlin mitnahm.
Quelle : Zeit.de 17.12.09 / 17.51 Uhr